Franziska Rauchenecker

Der Kojote, lateinisch „canis latrans“, spielt eine wichtige Rolle in Beuys Aktion „I like America and America likes Me“, die vom 21. bis zum 25. Mai 1974 in der Galerie René Block in New York stattfand. Der Künstler ließ sich für mehrere Tage in dem Galerieraum zusammen mit einem Kojoten einsperren.

Der Kojote, eine in Nordamerika beheimatete Hundeart, wird von den nordamerikanischen Ureinwohnern als ein heiliges Tier verehrt und spielt in deren Schöpfungsmythos eine aktive Rolle in der Entstehung der Welt. Beuys nahm das Tier in seine Aktion auf, weil er in ihm die elementaren Kräfte sah, die die einstigen spirituellen Energien der Indianer, aber auch deren Vertreibung, Umsiedlung oder Ermordung definierten und deren Bewusstsein unterdessen in einem technologisierten und kommerzialisierten amerikanischen Alltag und dem darin fehlenden Dialog zwischen den Ureinwohnern und den ehemals europäischen Siedlern verloren gegangen schien.

Die Broschen-Serie mit dem Titel „golden snouts“ spielt mit den mitunter wenig schmeichelhaft interpretierbaren Redewendungen „Den richtigen Riecher haben“ oder „Sich eine goldene Nase verdienen“ in einer von Kommerz und Profit geprägten Gesellschaft.

Die „snouts“ stehen in ambivalenter Weise für die Ausbeutung sowohl aller tierischen als auch menschlichen Spezies. Die Farbe Gold bzw. das edle mit Gold beschichtete Material Silber vermitteln den kostbaren Wert dessen, was für unsere Zivilisation verloren zu gehen droht.

Franziska Rauchenecker
Serie von Broschen „golden snouts“

Brosche „dog“ – Hommage à Beuys canis latrans
Brosche „cat“Katze
Brosche „fruitbat“Fruchtfledermaus
Brosche „goat“ Ziege

 

Franziska Rauchenecker

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